WarendorfPresseberichte2022Schulung Klimawandel

Schulung Klimawandel

Klimawandel, auch bei den Kleingärtnern ein aktuelles Thema
„Wasser, ein kostbares Gut“

Der Klimawandel ist auch bei den Kleingärtnern ein aktuelles Thema und stellt die Gartenfreunde vor immer neue Herausforderungen.
Wie mit der Ressource Wasser angesichts der immer trockeneren Sommern sparsam, aber effizient umgegangen werden kann, das war das Schulungsthema des Bezirksverbandes Kreis Warendorf der Kleingärtner.  
Vorsitzender Rolf Rosendahl begrüßte die zahlreichen Teilnehmer in der Kleingartenanlage Oelde „Kurenholt“.
Von dort ging es mit einem Bus klimaschonend zum Wasserwerk nach Warendorf Vohren..Die Schulungsteilnehmer vor dem Wasserwerk Vohren
 

Dort angekommen, stellte ein kompetenter Mitarbeiter des Wasserwerkes vor, wo das Trinkwasser für die Menschen herkommt, wie es aufbereitet und verteilt wird.
Sichtlich beeindruckt über die Dimensionen der Pumpen, Rohrleitungen und Filter, sowie der Brunnen staunten die Teilnehmer über das hochtechnisierte Wasserwerk in einem Denkmal geschützten Gebäude.   
Die Wasserversorgung Beckum ist für ein Versorgungsgebiet von 1000 Quadratkilometer zuständig und pumpt 12 Millionen Kubikmeter Trinkwasser in das mehr als 1100 Kilometer lange Leitungsnetz.
Davon werden 50 Pro­zent des Was­ser­be­darfs von dem Grund­was­ser­werk Voh­ren bei Wa­ren­dorf geliefert. Hier wer­den mit 12 Brun­nen­an­la­gen, die in ei­nem rund 26 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ßen Was­ser­schutz­ge­biet lie­gen, rund 5,9 Mil­lio­nen Ku­bik­me­ter Grund­was­ser ge­för­dert. 
Mit vielen und neuen Eindrücken über die Trinkwassergewinnung ging es dann wieder zurück in die Kleingartenanlage Kurenholt, wo auf die Schulungsteilnehmer ein leckeres Mittagessen wartete..

Danach referierte Rolf Rosendahl zum Thema Klimawandel und dem Umgang mit dem kostenbaren Gut, Wasser.
Da sich das Klima rasant verändert, nehmen damit auch extreme Wetterereignisse, wie z.B. Trockenperioden, Starkregenereignisse und damit verbundene Überschwemmungen zu.
Dazu erinnerte er an die Überschwemmungen 2001 als die Werse große Schäden in Ahlen verursachte, sowie an das Hochwasser 2014 in Münster, wo innerhalb von kurzer Zeit 300 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen waren.
Auch das Hochwasser und die enormen Schäden im Ahrtal im vergangen Jahr sind nur ein Beispiel für die Klimaveränderung.    

Wie trocken die Böden in Deutschland sind, zeigte der Vorsitzende anhand von Dürrekarten des Helmholtz Institutes, womit die Trockenheit der Böden in einer Tiefe von 1,80 Meter dargestellt wird.   
Ein weiteres Thema waren die unterschiedlichen Böden und deren Wasserspeicherfähigkeiten.
Auch auf das richtige Gießen, möglichst morgens und möglichst ausgiebig wässern, dafür nicht so häufig, sei zu beachten.Rolf Rosendahl bei seinem Vortrag
Beim Wässern der Pflanzen im Garten müsse ein Umdenken vollzogen werden. So sollte zielgerichtet mit Tropfschläuchen, anstatt mit dem Rasensprenger, gewässert werden. Die Tropfschläuche geben das Wasser zielgerecht nur im Wurzelbereich der Pflanzen ab.
Auch durch den Einsatz von Gründünung auf abgeernteten Flächen werde die Bodenfeuchtigkeit länger im Boden gehalten.

Das Kleingartenanlagen erheblich für ein besseres Klima und erträglicheren Temperaturen in den Innenstädten sorgen, wurde durch eine Studie von Agnieszka Schlegelmilch nachgewiesen.
In einem Umkreis von 150 Meter um eine 6,5 ha große Kleingartenanlage am Südwestrand des Berliner Stadtzentrums lag demnach die Temperatur über drei Grad Kelvin niedriger, als die der städtischen Umgebung.

Durch die unversiegelten Flächen nimmt der Boden das Niederschlagswasser auf und gibt es durch verdunsten wieder ab.
Dadurch wird ein natürliche Kühlung der Umgebung erreicht und die Niederschläge stehen der Grundwasserneubildung wieder zur Verfügung.     


Mit vielen neuen Erkenntnissen über den Klimawandel und dem sorgsamen Umgang mit dem Wasser bedankten sich die Schulungsteilnehmer mit einem lang anhaltenden Beifall.Dank an den Referenten

Rolf Rosendahl
(Vorsitzender)